Am 4. Dezember veröffentlichte die Pressestelle der Stadt Pirmasens einen kurzen Bericht über die feierliche Freigabe der im Winzler Viertel gelegenen Fahrstraße für den Verkehr. Auf dem verwendeten Foto mit der Lokalprominenz erscheint es, als würden links hinter dem Oberbürgermeister Zwick gleich mehrere Autofahrer auf dem Gehweg parken. Genau genommen tun sie das auch, denn es fehlt meiner Meinung nach eine Beschilderung und Markierung, die das Parken auf dem Hochbord eindeutig erlaubt. Immerhin hat man hier nicht jenen Fehler wiederholt, den man in der Gersbacher Straße in Winzeln begangen hatte. Welcher der Stadt Pirmasens einen Rüffel vom LBM Rheinland-Pfalz einbrachte.
Zum Ausbau des nördlichen Teils der Fahrstraße wollte ich eigentlich schon vor dem Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr ein paar Zeilen schreiben, denn es gab da am 4. April 2025 einen ziemlich „offenherzigen“ Artikel in der Rheinpfalz, welchen ich zu gegebener Zeit in einer angemessenen Weise kommentieren wollte. Allerdings bin ich dann doch nicht während der Bauarbeiten an der Fahrstraße vorbeigekommen, um die Baustellenbeschilderung zu dokumentieren.
Wie dem auch sei: Bereits der Titel des Artikels ist – für Pirmasens – ziemlich bezeichnend:
Ausbau Fahrstraße: Bürgermeister und Planer nahmen Anwohnern die Sorgen
Welche „Sorgen“ hat man denn nun als Anwohner einer Gemeindestraße, die bald ausgebaut wird? Genau: Man kann dann tatsächlich mal für eine kurze Zeit mit dem Auto nicht bis zur Haustür fahren – und muss folglich ein paar Meter laufen! Um Himmels Willen! Der Artikel beginnt auch mit einer nüchternen Zustandsbeschreibung der allgemeinen Pirmasenser „Ordnungspolitik“:
Derzeit werde allerdings nur geduldet, dass die Autofahrer auf dem schmalen Gehweg parken.
Aha. Das Gehwegparken werde also nur „geduldet“? Das Gehwegparken wird in dieser bekackten Stadt überall „geduldet“! Das ganze Jahr über. Nicht nur während des „Weihnachtsfriedens„. Auch in ausgebauten Straßen. So sah es übrigens anschließend im nicht vom Ausbau betroffenen südlichen Teil der Fahrstraße aus:

Diese grenzenlose (und vom „Ordnungsamt“ offenkundig weiterhin „geduldete“) Anarchie wollte man also im sanierten Teil ja nun einigermaßen eindämmen – und daher auf dem Bürgersteig acht „offizielle“ Parkplätze schaffen.
Das seien viel weniger, als jetzt möglich sind, monierte eine Anwohnerin, die befürchtet, künftig keinen Platz für ihr Auto in der Straße zu finden und Einkäufe von weit her nach Hause tragen zu müssen.
The Horror! Also die alptraumhafte Vorstellung dieser Frau. Nicht etwa das Foto über dem vorherigen Absatz.
Fünf Meter breit soll die Fahrbahn anschließend sein, erklärte der Ingenieur. Die Gehwegbreite variiere zwischen 1,25 und 2,86 Meter.
Wie viel bleibt denn von den 2,86 Metern im Bereich der „Parkplätze“ übrig? Das sehen wir ja auf dem Beitragsbild. Der BMW-Fahrer ist deutlich daran gescheitert, seine Karre auf der dunklen Pflasterfläche abzustellen, weshalb da eine Mutti mit Kinderwagen oder ein kleines, auf dem Gehweg radeln müssendes Kind nur noch beschwerlich vorbeikommen dürften. Aber wer sollte sich in dieser Autostadt denn bitteschön auch für dieses unwerte Fußvolk interessieren?
Den Artikel hatte ich mir eigentlich nur wegen einer ziemlich skandalösen Aussage vom „kleinen“ Bürgermeister Maas gegenüber einer Anwohnerin aufgehoben:
Alles sei fertig, bevor der Herbst und Winter vor der Tür stehe, betonte Klages. Viel zu lang, bemerkte eine Anwohnerin, deren Mann im Rollstuhl sitze und Schwierigkeiten befürchtet. Nachdem der Aushub vorgenommen wurde und die Straße geschottert sei, könne sie mit dem Auto bis an ihr Haus heranfahren, versicherte Bürgermeister Michael Maas.
Wir halten fest: Bürgermeister Maas stiftet eine Bürgerin vor Publikum und im Beisein der Presse pauschal dazu an, ohne schriftliche Ausnahmegenehmigung je nach Belieben ein vor der Baustelle angeordnetes und aufgestelltes Zeichen 250 zu missachten und mit dem Pkw in eine noch nicht fertiggestellte Straße einzufahren.
Fast schon bedauerlich, dass jene Anwohnerin nicht während einer ihrer Offroad-Fahrten mit dem Pkw in einen Graben gestürzt ist oder sich im Matsch festgefahren hat. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass Bürgermeister Maas sich plötzlich nicht mehr an seine Zusicherung hätte erinnern können. Ich hätte es auch lustig gefunden, wenn seine Partei- und meine ehemalige Sandkastenfreundin während ihrer unzähligen Missachtungen der Windsberger Vollsperrung als Ortsvorsteherin auch einen kleinen Unfall fabriziert hätte.
Aber solche Aussagen sind hier in dieser „pragmatischen“ Stadt halt einfach so „normal“ wie das hemmungslose, von der Obrigkeit „geduldete“ Zuparken von Gehwegen. Und die Ausweisung von „Radrouten“ über Wege, die man mit Rädern nicht befahren darf. Darüber regen sich wirklich nur vollkommen bekloppte Besserwisser wie dieser irre Radaktivist aus Windsberg auf, der regelmäßig im Rahmen seines wirren, verschwörungstheoretischen Geschwurbels auf eine obskure „StVO“ verweist, in welcher angeblich die „reine Lehre“ verkündet werde.
Es ist und bleibt pures Gaslighting.
Dieses Gehwegparken hat mich in meinem Urlaub in Rodalben auch sehr verwundert. Das scheint dort in der Gegend völlig normal zu sein. Dabei waren die Straßen in denen wir uns zu Fuß bewegten fast allesamt Einfamilienhäuser. Warum parken die auf den Gehwegen und nicht auf ihrem eigenen Grund? Eine Unsitte!
Ach, du warst in Rodalben? Den Felsenwanderweg gewandert? 😉
Das ist hier in der Pfalz leider vollkommen normal. Nicht nur die Parkvorschriften der StVO gelten hier einfach nicht. Man wolle sich ja „nicht der Willkür verdächtig machen“. Alles von oben abgesegnet. Weil man sich hier bei uns auch nicht für die Landesbauordnung interessiert, wird halt einfach alles zugeparkt.