Als ich auf der Suche nach einem „abgründigen“ Beitragsbild eben die zahlreichen Ordner mit Fotos durchstöberte, welche ich während meiner „fotografischen Hochphase“ zwischen 2011 und 2015 überwiegend aus dem Pfälzerwald anfertigte, wurde mir mal wieder bewusst, wie auch jene vollkommen wertlose Arbeit damals von faktisch niemandem zur Kenntnis genommen wurde. Auch dies passt zu einer nihilistischen Gesellschaft, die kein Auge mehr für die Schönheiten des Lebens, der Natur und Landschaft hat. Weil die meisten hierfür im alltäglichen Kampf gegen die Null auf dem Social-Credit-Account, … ähm, Verzeihung: dem „Girokonto“, keine Zeit und keine Nerven mehr haben.
Aber egal. Diese Beitragsreihe erhebt auch nicht den Anspruch, sich wie ein die Luger Geiersteine bezwingender Kletterer an einem roten Seil entlang zu hangeln. Ich schreibe einfach nieder, was mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt allgemein bewegt.
Dass ich ganz allgemein ein vollkommen irrelevanter Versager bin, hat mir übrigens auch das völlige behördliche Desinteresse an meinem Corona-Geschreibsel gezeigt. Während selbst relativ irrelevante Twitter-User morgens um 6 Uhr die Tür eingetreten bekamen, weil sie irgendeine Majestät „beleidigten“ oder irgendwelche verbotenen „Vergleiche“ anstellten, ließ man mich in Ruhe. Ab und zu bemerkte ich zwar in meiner Seitenaufruf-Statistik die einheitliche IP-Adresse rheinland-pfälzischer Behörden, welche sich auch in auffälliger Weise bestimmte Beiträge ansahen. Irgendeine Konsequenz hatte es allerdings nie.
Eine erhöhte Reichweite steigert aber auf jeden Fall die Wahrscheinlichkeit, dass man dir die Bluthunde des Apparates auf den Hals hetzt. Neulich haben sie dem von mir sehr geschätzten, in Berlin lebenden us-amerikanischen Autor C. J. Hopkins mal wieder wegen seines Buchcovers die Bude gestürmt. Er selbst beschreibt dieses Erlebnis in seinem Blog „Consent Factory„. Multipolar berichtet neben dem Fall Hopkins über weitere Fälle, welche u. a. auch den eher konservativen Publizisten Norbert Bolz betreffen.
Natürlich dienen diese Hausdurchsuchungen nichts anderem als der Einschüchterung. Sie belegen, dass es in diesem Land keine „Meinungsfreiheit“ gibt – und auch niemals gab. Das eigentliche Problem hierbei ist, dass das auch gar keine (politisch motivierte) Fehlentwicklung des sogenannten deutschen „Rechtsstaats“ ist, sondern das diese repressiven Methoden gerade Teil jenes „Rechtsstaats“ sind. Schließlich eröffnen seit Jahrzehnten zahlreiche Vorschriften in der Strafprozessordnung als auch im Strafgesetzbuch genau jenes Tor zur Willkür, welches von (weisungsgebundenen und karrieregeilen) Staatsanwälten und Richtern als Einladung liebend gerne durchschritten wird.
So schüttelte ich während meiner kurzen Zeit bei X regelmäßig den Kopf, als sich darüber empört wurde, dass mal wieder irgendwer wegen eines Schwachkopf-Memes die Bude auf den Kopf gestellt bekam. Man forderte dann zwar oftmals die Abschaffung des Majestätsbeleidigungs-Paragraphens (§ 188 StGB), ohne jedoch das Grundübel (den § 185 StGB) überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.
Denn warum sollten „Beleidigungen“ überhaupt strafbar sein? Weil man sich einfach von Kindesbeinen an daran gewöhnt hat, dass man sich in diesem Land schon immer sehr genau überlegen musste, was man irgendwem sagt oder schreibt? Weil unser gegenüber das von uns Gesagte als „Beleidigung“ auffassen könnte? Während Corona habe ich dazu ausführlichere Texte geschrieben, die genauso wenige Leute interessiert haben wie meine regelmäßigen Forderungen nach der vollständigen Abschaffung aller deutschen Meinungs- und Äußerungsstraftatbestände bei X.
Im Übrigen würde ich auch jene Vorschrift zur Strafbarkeit u. a. der Verwendung von NS-Symbolen abschaffen, welche Hopkins zum wiederholten Male Verhängnis wurde. Wagte er es doch tatsächlich, auf seinem Buch-Cover eine Corona-„Maske“ mit einem blassen Hakenkreuz zu versehen, um damit die faschistischen Komponenten des Corona-Terrors in einer kritischen Weise zu illustrieren.
Natürlich wird auch diese Einladung zur willkürlichen juristischen Auslegung liebend gerne angenommen. Selbst ich befürchtete unter anderem aufgrund meiner bereits im April 2020 kreierten Grafik zur Bebilderung meiner Coronoia-Beiträge (ein Biohazard-Symbol innerhalb eines weißen Kreises auf rotem Grund), dass man mir in irgendeiner Weise daraus einen Strick drehen würde.
War aber nicht. Man braucht die „Freiheit“ meiner Meinung nicht repressiv einzuschränken, denn jene ist vollkommen irrelevant. An mir ließe sich auch kein Exempel statuieren. Das einzige, was mir die Äußerung meiner Meinung über die Jahre stets eingebracht hat, ist Isolation. Also auch nur eine andere Form der Einzelhaft.