Stadt Pirmasens kapituliert im Pollerkrieg

Ich Depp solle gefälligst woanders fahren. Rief mir damals irgendein vor der roten Ampel in der Elsässer Straße stehender Dosen-Fascho zu. Während ich mit ziemlich genau 30 km/h (also der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, an welche die zu zügige Ampelschaltung gar nicht angepasst war) an ihm vorbeifuhr. Als ich im Februar 2024 erstmals die neuen Poller auf der illegalen Umleitung entdeckte, war ich mir ziemlich sicher, dass sie keine große Zukunft haben würden. Denn der durchschnittliche, auch Verkehrsverbote konsequent ignorierende Pirmasenser Autofahrer lässt sich doch nicht von zwei Pollern aufhalten, um zwei Minuten Zeit zu sparen. Am Ende der neulich veröffentlichten Dokumentation mutmaßte ich, dass die Stadt Pirmasens im Pollerkrieg wohl endgültig kapituliert habe.

Genau das hat mir die Straßenverkehrsbehörde nun auch bestätigt:

die Poller auf dem Wirtschaftsweg wurden dauerhaft entfernt, weil sie sowohl im letzten Winter als auch dieses Jahr direkt nach der Aufstellung herausgenommen und entwendet worden sind.

Was lernen wir auch aus dieser Geschichte über die Art und Weise, wie Pirmasenser Behörden mit dem „Recht“ (also der „reinen Lehre“) umgehen bzw. wie sie dieses gegenüber den Verkehrsteilnehmern durchsetzen? Da werden diese Sperrpfosten also mehrfach in einer kriminellen Weise entfernt bzw. teilweise sogar gestohlen. Mir ist übrigens nicht bekannt, dass die Verwaltung diesbezüglich jemals Strafanzeigen gegen Unbekannt gestellt hätte.

Wenn sich Verkehrsteilnehmer nicht nur vorsätzlich nicht an das (leider auch nie durch die Polizei kontrolliert werdende) Verbot für Kraftfahrzeuge halten wollen und obendrein die dieses Verbot bekräftigenden Poller nicht nur durch den angrenzenden Acker umfahren, sondern auch im Rahmen einer Amtsanmaßung entfernen und stehlen, dann lautet die finale Lösung der Stadt Pirmasens: Vollständige Kapitulation! Fehlt nur noch, dass man diesen Straftätern auch noch eine gute und sichere Fahrt wünscht. Über einen Abschnitt der sogenannten „Schlabbeflicker Tour„.

Ich bin mir sicher, dass das die Stadt Pirmasens nicht ganz so schnell kapitulieren, wenn ich einfach in einer Nacht- und Nebelaktion die Zeichen 240 an der K 6 zwischen Pirmasens und Winzeln selbst abschrauben würde.

Erbärmlich. In vielerlei Hinsicht. Aber ich bin hier ja auch nichts anderes gewöhnt.

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