Heute wird sich wieder der ein oder andere Autofahrer die Frage gestellt haben, was dieser Spinner da denn eigentlich fotografiert? Verkehrszeichen sowie verschneite Straßen und Wege? Der hat sie doch nicht alle! Im Grunde haben sie ja recht. Gut sechs Stunden gingen für die Tour drauf. Und nochmal mehrere Stunden für die Aufarbeitung der dabei gewonnenen Aufnahmen und Videos zur folgenden Dokumentation. Viel schreiben möchte ich hierüber nicht mehr. Mein letztes Aufbäumen im März 2024 zum 30-jährigen Jubiläum wurde ja vom Rest der Welt vollständig ignoriert. Auch bei X gab es auf meinen ständig oben angepinnten Post zur B-10-Problematik so gut wie keine Reaktionen. Das wird natürlich auch dieses Mal nicht anders sein.
Ich verliere hierüber (wie gesagt) auch nicht mehr Worte als nötig, sondern halte lediglich für die (ignorante) Nachwelt fest, wie Bund, Land, Landkreis Südwestpfalz, Stadt Pirmasens, mehrere Verbandsgemeinden und Forstbehörden die StVO, das FStrG und LStrG ignorieren. Und welche Konsequenzen dies für den auf eine sprichwörtlich eiskalte Weise diskriminierten Radverkehr hat. Auch im Jahr 2026 ist es im Zuge der zentralen Verkehrsachse durch den Pfälzerwald nicht möglich, die dem Radverkehr willkürlich verbotene B 10 mit dem Rad auf klassifizierten und somit wintersicheren Straßen zu umfahren.
Der meiste Schnee fiel hier in der Region gestern Nachmittag und Abend. Es dürften je nach Höhenlage um die 5 bis 10 cm geworden sein. Heute kam um die Mittagszeit herum auch noch einmal etwas hinzu. Vermutlich werde ich am Ende der angekündigten Dauerfrostperiode den Zustand noch ein weiteres Mal dokumentieren.
Münchweiler – Pirmasens
Auch auf diesem Abschnitt hat sich im Vergleich zu meiner Dokumentation im Februar 2019 absolut nichts verändert. Über sieben Jahre(!), in denen ich – ohne den Hauch irgendeiner Unterstützung – absolut nichts bewirkt habe. Am Ende der namenlosen Gemeindestraße am Waldfriedhof muss das minderwertige Gesocks jedenfalls weiterhin links abbiegen.

Der Wendeplatz wird noch geräumt.

Der Rest nicht mehr.

Wer für die B 10 zu langsam ist, den bestraft der Winter. Oder der Dreck. An dieser Stelle liegt nämlich auch das Dreckloch, über welches ich mich erst im November aufgeregt hatte. Leider hatte ich Null Motivation, einen weiteren Beitrag über meine (natürlich erfolglose) Aufforderung zur Reinigung des Weges an das Forstamt Westrich (die wieder sicherlich herzlich gelacht haben dürften) zu verfassen.

Von dort geht es also erst einmal rauf zum Lamsbacherhof in Richtung Münchweiler.

Wer mag, kann sich den Abschnitt bis Münchweiler im Rahmen des folgenden, zehnfachen Zeitraffers ansehen.
Am Ende des Industriegebiets von Münchweiler hat sich an der Beschilderung auch nichts geändert. Statt „Kein Winterdienst“ hätten sie auch einfach ein „Fickt euch!“ aufhängen können. Nichts anderes bedeutet es nämlich.

Vermutlich wird manch einer einwenden, ich fordere hier zu viel und zu früh; denn es wäre ja Samstag – und dies auch noch direkt nach Neujahr. Dass die fehlende Widmung der Industriestraße als Kreisstraße zu mangelhafter Verkehrssicherung führt, ist dennoch unbestreitbar. Das wird sich vermutlich auch erst im Laufe der Woche marginal bessern. Mit dem Rennrad (aber auch mit einem normalen City-Rad) käme ich da auch nie verkehrssicher durch.

An der Einmündung in die K 36, an welcher ich vor einem Monat aufgrund einer verdreckten Fahrbahn gestürzt war, sah es heute so aus.

Dort steht immer noch (im Gegensatz zur anderen Straßenseite) ein gelber, nach „PS“ zeigender Wegweiser.

Ich fuhr anschließend über die „Radroute“, welche während des Umbaus der B 10 zeitweise faktisch benutzungspflichtig war, runter ins Waschtal. Diesen Abschnitt der Dokumentation lasse ich mal hier weg; ebenfalls die Zustände an der B-10-Anschlussstelle Hinterweidenthal mit seinem geisteskranken „Geh- und Radweg“, auf dem man auf 100 Metern gefühlt 20 mal dem Kfz-Verkehr Vorfahrt gewähren soll. Er war natürlich nicht geräumt und nicht gestreut.
Hinterweidenthal – Hauenstein
Es geht weiter in der Wartbachstraße in Hinterweidenthal. Auch diese Gemeindestraße ist tief verschneit.

Also würde es einem Radfahrer noch nicht einmal viel nützen, wenn man den 4 km langen Abschnitt über einen sogenannten „Forstwirtschaftsweg“ irgendwann einmal als selbständigen „Geh- und Radweg“ widmen und dort Winterdienst leisten würde. Doch das ist eh nur eine vollkommen bekloppte Utopie eines komplett Gestörten. Auf die B 10 werden Radfahrer jedenfalls nie wieder auffahren dürfen.

So sieht die „verbotene Straße“ übrigens bis zum Frauenstein aus. Der Winterdienst funktioniert.

Welcher Winterdienst? Werden sich Radfahrer fragen. Auch hier (Siehe das Beitragsbild) hängt weiterhin ein „Fickt euch, ihr Scheißradfahrer!“

Zur Fahrt über den teils tief verschneiten „Forstwirtschaftsweg“ habe ich ebenfalls einen 10-fachen Zeitraffer erstellt. Bezeichnend war, dass mir fast an der selben Stelle wie der Traktorfahrer im November nun einer in einem VW-Bus entgegenkam.
Am anderen Ende in Hauenstein hat man immerhin wieder eine Radverkehrs-Freigabe angebracht. Mofa-Fahrer dürfen den Weg nun allerdings nicht mehr benutzen. E-Scooter-Fahrer durften das übrigens noch nie.

Weiter über Hauenstein und Wilgartswiesen in Richtung Rinnthal wollte ich heute nicht fahren; das wäre viel zu weit geworden. Und ein Bahnticket für die Rückfahrt ist mir zu teuer. Die „Alte Bundesstraße“ war jedenfalls auch in einem äußerst winterlichen Zustand.

Um im dichten Schneetreiben nicht dieselbe Strecke zurückfahren zu müssen, folgte ich erstmals der MTB-Park-Route über den Pass zwischen dem Farreneck und dem Kleinen Mühlenberg ins einsame Tal des Mühlenbachs, um südlich von Hinterweidenthal wieder aus dem Tiefschnee heraus zurück auf das öffentliche Straßennetz (hier die B 427) zu gelangen.
So sah mein Bike übrigens aus. Die Kette werde ich in den nächsten Tagen wohl täglich mit Ölspray behandeln müssen.

Spaß macht es trotzdem. Zumindest solange die Wege einigermaßen unberührt sind. Hoffe, die Sonne wird sich in den nächsten Tagen dann doch ab und an mal zeigen.
K 92 Hinterweidenthal – Ruppertsweiler
Der letzte Abschnitt, dem ich hier noch ein paar Fotos widmen möchte, ist die eigentlich als „wintersicher“ geglaubte K 92. Diese wurde damals als Umleitungsstrecke für den neuen vierstreifigen Abschnitt gebaut und später als Kreisstraße zurückgestuft.
Nach der Gesetzeslage müsste es im gesamten Zuge der B 10 auch solche Kreis- und Landesstraßen als Alternative für den „Langsamverkehr“ geben. Aber seit wann interessiert sich in diesem Land auch nur eine einzige Behörde für Gesetze? Die hat gefälligst nur der seine Fresse halten sollende Untertan einzuhalten!
Offenkundig hatte der LBM seit gestern noch keine Zeit, an der K 92 auch nur ein einziges Mal mit einem Räumfahrzeug den Schnee zu wegzuschieben. Überhaupt fiel mir gestern und heute mehrfach auf, dass auf vielen Straßenabschnitten offenkundig auch gar nicht (mit der Schaufel) geräumt, sondern einfach nur in den relativ hohen Schnee hineingestreut wurde. Was soll der Scheiß? Genau das führte dann wohl auch an der K 92 zu dieser ekligen, kaum noch vernünftig befahrbaren Pampe. Hier vor der Grünbrücke.


Und etwas weiter oben an der Walmersbach-Kuppe.


Auf der parallelen B 10 klappte es jedenfalls vorzüglich mit dem Winterdienst.
Aber das ist ja auch für den „echten“ Verkehr. Also den Kfz-Verkehr. Nicht für den hinter diesem Zaun ausgesperrten Radverkehr. Irgendwie kommen mir bei dem Anblick auch gleich wieder Erinnerungen an die guten, alten 2G-Zeiten. Aber das kann man natürlich nicht vergleichen. Meinten schon damals meine einstmaligen Corona-Leidensgenossen.
Danke. Für nichts.