B 10: Eiskalte Diskriminierung

Nun hatten wir hier in der Pfalz also rund 1,5 Wochen klassisches Winterwetter. Die Dauerfrost-Episode wurde nur am Donnerstag und Freitag unterbrochen, ehe in der Nacht zum Samstag der Regen wieder in Schnee überging. Genau diese wechselnden Witterungsverhältnisse wirken sich bzgl. der Situation an der B 10 auf eine besonders schlimme Weise aus. Hiervon musste ich mich heute auf einer weiteren Reportage ein weiteres Mal überzeugen. Während ich am vergangenen Samstag mit dem MTB noch relativ gut durch die auf einen gefrorenen und unberührten Boden gefallene Schneedecke pflügen konnte, war ich heute froh, die beiden Passagen ohne Sturz überstanden zu haben.

Ich fuhr dieses Mal auch andersrum als beim letzten Mal. Über Lemberg und Salzwoog ging es ins einsame Tal des Mühlenbachs und von dort aus wieder über den Pass zwischen dem Farreneck und dem kleinen Mühlenberg runter nach Hauenstein. Dort fühlte ich mich auch ein wenig ins Jahr 2009 zurückversetzt, als ich das erste Mal im Rahmen einer Rennrad-Tour vor einem ähnlich ausgeprägten Eispanzer strandete.

Ein Hauptproblem des auf subventionsbetrügerische Weise ausgebauten „Forstwirtschaftswegs“ zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal ist seine topographische Lage. Er verläuft fast ausschließlich auf der Südseite des Hirtenbachtales, weshalb er insbesondere zu dieser Jahreszeit ganztägig im Schatten liegt. Zudem kann sich in diesem stark bewaldeten und leicht verwinkelten Tal an manchen Stellen die Kaltluft sehr gut halten, weshalb das Abtauen dort wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Wechselfrost in Verbindung mit in Schnee übergehendem Regen wie an diesem Wochenende führt dann zu derart katastrophalen Zuständen, welche ich in diesem Beitrag dokumentieren möchte. Ich habe hierzu mit meiner Spiegelreflexkamera mehrere Fotostops eingelegt und zudem wieder zwei längere Clips (10-facher Zeitraffer) erstellt.


Hauenstein – Hinterweidenthal

Das Drama beginnt direkt am Ende der „Alten B 10“ hinter dem Linksknick an der Wartbach-Quelle. Direkt gegenüber sollen in diesem Jahr übrigens die Bauarbeiten zum (vorerst) dreistreifigen Ausbau der B 10 an der berüchtigten „Felsnase“ beginnen. Hier wenden Land und Bund wieder mehrere Millionen Euro auf, um den Fels abzutragen, damit Autofahrer an diesem gegenwärtig noch zweistreifigen Eck ein paar Sekunden Zeit sparen.

Wie es Radfahrern im Zuge der B 10 in den nächsten 30 Jahren ergehen wird? Interessiert auch weiterhin alle einen feuchten Scheißdreck! Ja, tut mir leid – aber ich sehe insb. angesichts der folgenden Fotos keinerlei Grund, mir hierfür noch irgendwelche euphemistischen Lügenwörter auszudenken, damit man mir mal wieder nicht „meinen Ton“ vorwerfen kann.

„Mein Ton“ ist noch viel zu harmlos, ihr ignoranten Verbrecher!

An einem direkt am Wegesrand stehenden Strommast tropft wohl Kondenswasser herunter, was zur Bildung einer spiegelglatten Eisfläche führt.

Forstwirtschaftsweg – Benutzung auf eigene Gefahr“?

Ach, fickt euch doch! Ich hätte einfach rechts unter der Bahnstrecke zur B 10 und auf dieser in Richtung Hinterweidenthal fahren sollen.

So sah das Elend dann auf der gesamten, ca. 4 km langen Strecke aus.


Münchweiler – Pirmasens

Die Anfahrt durch das Industriegebiet war auch dieses Mal alles andere als sicher, denn an einigen Stellen bemerkte ich auf der Fahrbahn überfrierende Nässe bzw. angefrorene Schneereste. Sonntags streut dort die Ortsgemeinde wohl generell nicht. Ganz schlimm der vereiste Wendeplatz vor dem Abzweig zum Hombrunnerhof.

Der folgende Abschnitt am Hombrunnerhof war bereits eine absolute Katastrophe; siehe hierzu insbesondere den Clip am Ende. Ebenfalls problematisch war der Einmündungsbereich am Nesseltal.

Richtig schlimm wurde es dann am folgenden Gegenanstieg hoch zum Lamsbacherhof. Mehrere Rinnen aus festgefahrenem, zwischenzeitlich angetautem und über Nacht wieder gefrorenem Schneematsch. Ich frage mich immer noch, wie ich dort ohne absteigen zu müssen überhaupt hochgekommen bin.

Neben dem (vor Jahren vom Forstamt abgesperrten) Trinkwasserbrunnen.

Blick zurück. Das „Radfahrer absteigen“ wird dort auch in 20 Jahren noch hängen.

Die total vereiste Piste vor den beiden Gebäuden des Lamsbacherhofs.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Das Dreckloch am Abzweig zur Fumbach.

Man könnte fast froh darüber sein, dass diese Scheiße heute festgefroren war. Kann sich ja jeder denken, wie das nach dem Tauwetter in der kommenden Woche dort wieder aussehen wird.

Bis auf den Pseudo-„Radwegen“ entlang der B 10 alles weggetaut ist, wird es jedenfalls einige Tage dauern. Es folgt noch der Zeitraffer-Clip zur Dokumentation des gesamten Abschnitts zwischen Münchweiler und Pirmasens.

Es ist und bleibt unerträgliches Unrecht! Unrecht, mit dem ich nicht leben kann. Auch wenn ich der einzige Mensch auf der Welt zu sein scheine, der sich daran stört. Danke. Für nichts.


Übersicht

Radwege an der B 10

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