Es verwundert mich ein weiteres Mal nicht, wie ein Großteil des rechtskonservativen Spektrums auf die Ermordung einer Frau durch einen ICE-Agenten reagiert. Ebenso wenig verwunderte mich deren Reaktion auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine. Oder den 7. Oktober 2023. Die Entführung Maduros durch die USA. Oder die sich zuspitzende Lage im Iran, die derzeit mit einer gewaltigen Welle an Propaganda einhergeht. Es ist immer dasselbe. Mit den Leuten, mit denen man damals in Sachen Corona zusammengetrieben wurde. Es ging ihnen damals nicht um höhere Werte wie Menschenrechte. Sie hassten einfach nur den Staat, den sie, so neoliberal oder libertär sie sich auch gerieren mögen, ansonsten sehr gerne gegen ihre Feinde instrumentalisieren. Also vor allem gegen alle, die sie für „Linke“ halten.
Während man sich einstmals schockiert darüber zeigte, wie von Seiten eines brutalen Polizeiapparats gegen Menschen vorgegangen wurde, die gegen den Hygiene-Totalitarismus protestierten oder gar nur gegen irgendwelche „Corona-Regeln“ verstießen, stimmen sie nun wieder das Hohelied auf den Gehorsam vor allem gegenüber staatlichen Bütteln an. Das war natürlich etwas ganz anderes, als damals ein Jugendlicher von einem durch einen Park rasenden Streifenwagen gejagt wurde, weil dieser jemanden umarmt hatte. Auch nicht ganz okay waren die von SEKs gestürmten Kindergeburtstage. Oder Razzien gegen fünf Männer, die sich einstmals illegal im Wald trafen.
Aber nun gehören sie ja am Ende doch wieder dem großen Kollektiv an. Ja, genau. Die, die (nicht nur in den Corona-Jahren) ständig einen vermeintlichen „Kollektivismus“ kritisierten, sind letzten Endes die größten Verfechter eines nationalen bzw. völkischen Kollektivs. Also einer auch geographisch und kulturell möglichst streng eingegrenzten, homogenen Masse aus Stereotypen. Während zumindest die Corona-Konditionierung bei ihnen (warum auch immer) versagte, wirken sich die wesentlich älteren Konditionierungen bei ihnen unvermindert aus.
Auffällig ist, dass ich bspw. auch von den meisten größeren Twitter-Accounts nie etwas anderes erwartet hatte. Denn ich kenne eben diese Art von Mensch. Diese Konservativen. Die mit dem Leben in einem eigentlich komplett perversen und unmenschlichen Gesellschaftssystem kein Problem haben; es gar als „Freiheit“ betrachten, sich ein Leben lang in einem Hamsterrad ausbeuten lassen zu müssen. Solange sie nur ein paar Brotkrumen mehr als der andere erhalten.
Die wirklich standhaften Twitter-Nutzer kann ich bis heute ohne Bedauern lesen; weil sie tatsächlich bis heute genau jene Werte leben und hochhalten, die ich ebenfalls für wichtig und unabdingbar halte. Einer davon ist, nicht an den „guten Herrscher“ zu glauben; niemals. Sich darüber im Klaren zu sein, dass „wir“ nicht „die Guten“ sind. Dass die wahren Machtverhältnisse sich in keiner Regierung und in keinem US-Präsidenten signifikant unterscheiden. Dass es im Kern nur darum geht, die Ausgebeuteten ständig gegeneinander auszuspielen.
Nennt mich von mir aus weiterhin einen Verschwörungstheoretiker: Aber ich bin inzwischen überzeugt davon, dass die Phase des „woken“ Regenbogen-Kapitalismus einschließlich der pseudo-solidarischen „Pandemie“ einzig und allein dazu dienen sollte, den Ausschlag des politischen Pendels in die andere Richtung massiv zu verstärken. Das tendenziell eher rechte und konservative Spektrum sollte ganz bewusst darunter leiden, damit es unfassbar wütend wird – und umso hemmungsloser nach dem (für dieses Lager auch normalen) Totalitarismus giert. Genau das erleben wir jetzt vor allem in Gestalt der Regierung Trump II.
CJ Hopkins bringt es mit diesem (von der wunderbaren @Drakarys_now kommentierten) Beitrag sehr gut auf den Punkt:
The majority of „Covid dissidents“ have proven themselves to be shameless partisan hypocrites and have thus delegitimized those of us who opposed the authoritarianism in 2020-2023 based on democratic principles. The authorities couldn’t have done a better job of neutralizing us.
Einer, den ich im Übrigen niemals wirklich ausstehen konnte, war Stefan Homburg. Warum? Siehe diesen Beitrag von @MichaelEsders (einschließlich der Reaktionen Homburgs). Die „Bilder von Bergamo“ waren die einzigen, die Homburg richtig einordnen konnte. Auf alle anderen springt er (aufgrund seiner pro-westlichen, neoliberalen und zionistischen Grundkonditionierung) hingegen begeistert und unkritisch an.
Dabei ist es doch wirklich immer dasselbe. Immer. Ausnahmslos.
Servus,
jo, eine homogene Menschheit, die in all Ihren Eigenheiten, Gewohnheiten und Verhaltensweisen gleich(„doof“) ist, ist leichter zu lenken als eine ethnisch vielfältige und kulturell unterschiedliche Menschheit. Das Aufwachsen in überwiegend anonymen, sozial oberflächlichen und kalten Lebensstrukturen ist nicht natürlich für die Spezies Mensch.
Zusammen mit anderen Beeinflussungen sind die meisten Menschen vergiftet, manipuliert, fehlgeleitet und unter einer Art Hypnose.
Deshalb bräuchte es starke, verschiedene Individuen in vielen kleinen Gemeinschaften mit starker Identifizierung für diese ihre jeweiligen „Stämme“. Also viele starke kleine Gruppen. Insoweit wäre ein gewisses Gruppendenken durchaus hilfreich. Das Herausreißen der Menschen aus diesen Strukturen(Familie, Heimat) durch Vertreibung etc. führt zu einer Vermischung/einer Einheitsmasse eben. Das hat nichts mit „Stallblindheit“ zu tun, sondern ist m. E die natürliche menschliche Lebensweise( „Jedem das Seine“). Das siehst du etwas anders. Soweit ich jedoch weiß, hat noch keine große Armee jemals einen Guerilla Krieg gewonnen(Vietnam lässt grüßen).
Und dann noch in eigener bzw. Dennis‘ Sache:
Ich bin mir sicher, dass hier nach wie vor kritische Menschen/alte „Weggefährten“ mitlesen/konsumieren.
Darüber hinaus sind mit Sicherheit auch einige vom eigentlichen Thema(Radverkehr) hier unterwegs, die sich kostenlos fortbilden oder sich hier blendend „unterhalten“.
Ich finde es unheimlich schade, dass absolut niemand hier mal den Betreiber unterstützt(zumal die Beiträge sehr qualifiziert sind).
Das gilt auch für die „Feinde“. Denkt immer daran, dass wie auch immer, hier alle an der gleichen Sache interessiert sind und dasselbe Spiel spielen.
Und ohne Einsatz geht es nicht. Also, wenn Ihr alle einen Funken Anstand habt, bitte unterstützen,
Wenn es denn überhaupt einen Guerilla-Krieg gäbe. Leute wie ich versuchen ihn zu führen bzw. überhaupt erst zu initiieren. Und werden dabei fortwährend von in ihrem Gehorsam und ihrer Bequemlichkeit versackten Sklaven verraten und im Stich gelassen.
Dein gut gemeinter Appell geht auch daher in vielerlei Hinsicht ins Leere. Da ist niemand mehr. Schon lange nicht mehr. Und selbst damals, als dieser Blog einigermaßen lief, interessierte faktisch niemanden, wovon und wie ich „leben“ muss.