Huch? Was ist das denn? Ein (halbwegs) kritischer Artikel in der Rheinpfalz zur Falschpark-Kultur in Pirmasens? Und dann auch noch ohne Paywall? Maximilian Schenk befasst sich mit dem von mir seit mindestens einem Jahrzehnt kritisierten Verhalten zahlreicher Pirmasenser Autofahrer, in der StVO und örtlich angeordneten Parkregelungen nur unverbindliche Empfehlungen zu sehen. Er merkt sogar selbstkritisch an, dass er selbst hin und wieder falsch parkt – und dafür im Dezember ein 55 Euro teures Knöllchen verpasst bekam. Leider geht die Kritik nicht über die individuelle Ebene hinaus, denn vor allem die Rheinpfalz muss sich fragen lassen, inwieweit sie selbst für diese örtlichen Zustände durch ihre Art des „Journalismus“ mitverantwortlich zeichnet?
Der Artikel enthält auch einige Ärgernisse; unter anderem die Glorifzierung der „Arbeitsplätze“ schaffenden Automobilindustrie. Dass jene unter anderem auch für „Arbeitsplätze“ in Versicherungskonzernen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Branchen sorgt, wird ja ganz allgemein gerne verschwiegen. Nicht minder frustrierend ist das endlose Wiederkäuen der Ausrede, das Radfahren in der „Siebenhügelstadt“ sei aufgrund deren Topographie quasi unmöglich oder nur verhinderten Radprofis wie mir zuzumuten.
Die Pirmasenser Autofahrer seien in dieser Autostadt äußerst lauffaul. Dieser Analyse möchte ich zustimmen. Schenk verweist u. a. offenkundig auch auf eine von mir seit Jahren gegenüber der Stadtverwaltung kritisiert werdende Unsitte in der Pirmasenser Wiesenstraße.
Stellenweise geht das so weit, dass es Spezialisten gibt, die bei Lebensmittelmärkten mit angeschlossenem, kostenlosen (!) Parkhaus, lieber auf dem Bordstein parken, um quasi aus dem Auto in den Markt fallen zu können.
Denn damit kann m. E. eigentlich nur das Kaufland in der Wiesenstraße gemeint sein. Demnächst werde ich zu diesem Thema auch mal einen eigenen Beitrag verfassen, in welchem ich unter anderem die gesammelten Fotos, welche ich regelmäßig vom Parkdeck aus anfertige, präsentieren werde. Aufgabe der Rheinpfalz wäre es eben auch, die Verwaltung dafür zu kritisieren, dass sie dieses Verhalten dort nicht nur nicht kontrolliert, sondern auch nicht mittels der Aufstellung von Pollern erschweren will.

Man verweist – wie zuletzt beim Artikel über die Knollen-Statistik – auch einmal mehr auf die 168,50 Euro, die ein „Schutzstreifen“-Parker ans Ordnungsamt bezahlen musste. Würde bei der Rheinpfalz auch nur ein einziger wenigstens ab und zu in den Blog dieses spinnerten Radaktivisten aus Windsberg schauen, wüsste er, dass diese Rekordsumme mit hoher Wahrscheinlichkeit auf mich zurückgeht. Unter anderem, weil ein Vorsatz (in Verbindung mit einer konkreten Behinderung) im Regelfall nur aufgrund einer privaten Anzeige nachgewiesen werden kann.
Abschließend berichtet Schenk noch über seine 55-Euro-Knolle, die er sich im Dezember einhandelte, als er einer Sitzung des Hauptausschusses im Rathaus beiwohnen wollte und keinen Parkplatz fand. Weshalb er seine Karre dann einfach auf dem Gehweg parkte. Überraschend daran ist für mich eigentlich nur, dass er dafür tatsächlich auch eine Knolle erhalten hat.
Um jedoch auf meine einleitende Kritik zurückzukommen: Ich habe in den letzten Jahren unzählige Eingaben zum Thema Falschparken gegenüber der Stadtverwaltung, der ADD, der Polizei und dem Ministerium erhoben. Für keine einzige haben sich die Rheinpfalz und die Pirmasenser Zeitung jemals interessiert. So auch nicht für die aktuelle zur illegalen Legalisierung des Gehwegparkens.
Von daher betrachte ich diesen Artikel letzten Endes auch nur als das Vergießen von Krokodilstränen. Auch Schenk wird, wenn er „Parkdruck“ verspürt, bei der nächsten Gelegenheit wieder falsch parken. Und die Rheinpfalz wird Menschen wie mich, die seit Jahren dagegen ankämpfen, einfach weiter ignorieren.