Wenn der Schnee geschmolzen ist, siehst du, wo die Kacke liegt.
Rudi Assauer hatte recht. Seine Weisheit gilt natürlich auch für sogenannte „Radinfrastruktur“. Während es vor allem im Nordosten Deutschlands aktuell weiterhin ziemlich winterlich ist, liegt die Pfalz seit dem 12. Januar wieder im jahreszeitlichen Niemandsland. Im Zuge der winterlichen Episode zum Jahresbeginn verfasste ich mehrere Kritiken zu den Zuständen, mit denen ich als Radfahrer hier leben muss. Das Tauwetter brachte allerdings auch wieder nur das altbekannte Elend zum Vorschein.
Über die Zustände auf Pirmasenser „Schutzstreifen“ habe ich mich gegenüber der Stadtverwaltung schon unzählige Male (erfolglos) beschwert. Denn jene werden von dieser nicht regelmäßig gereinigt, obwohl sich dort mit der Zeit zwangsläufig der Dreck ansammelt. Es handelt sich hierbei auch um einen nicht bedachten Nebeneffekt jeglicher Form von „Separation“ vom Kfz-Verkehr, selbst wenn sie nur mittels bescheuerter Striche daherkommt. Striche, die in aller Regel nichts anderem dienen sollen, als Autofahrer zu Verstößen gegen vorgeschriebene Mindestabstände zu motivieren.
Die folgenden Bilder hatte ich am 21. Januar in der Lemberger Straße aufgenommen.





Der Schnee war hier schon seit über einer Woche weggetaut. Der sich auch noch zusätzlich durch den Winterdienst in einer konzentrierten Weise angesammelt habende Dreck wurde in der ganzen Zeit von der Stadt nicht weggekehrt. Als der rechte Fahrbahnrand noch nicht als „Schutzstreifen“ markiert war, konnte ich wenigstens noch völlig legal auf der sauberen Fahrbahn fahren.
Nicht viel besser sah es einen Tag später in der Zweibrücker Straße aus.




Wenn man vor allem mit dem Rennrad solchen für die Reifen schädlichen Verschmutzungen ausweicht, führt dies dann auch mal zu solchen Fahrmanövern.
Im Falle eines Unfalls darf man sich aufgrund der rechtlich fragwürdigen Benutzungspflicht dieses sprichwörtlichen Drecks mit Polizei und Versicherung herumärgern. Ich hasse diesen Scheiß!
Eine weitere Beschwerde meinerseits an den „Wirtschafts- und Servicebetrieb“ blieb einmal mehr unbeantwortet. Der Radverkehrsbeauftragte äußerte sich am 28. Januar ersatzweise folgendermaßen:
Von den Kollegen vom WSP hatten Sie bereits bzgl. der Reinigung der Schutzstreifen eine Rückmeldung erhalten.
Diese werden in regelmäßigen Abständen gereinigt. Leider ist es nicht möglich, jeden Tag vor Ort zu sein.
Sollten Sie Verunreinigungen feststellen, so können Sie uns diese gerne mitteilen. Somit können wir auch abseits der regulären Planung die Reinigungen durchführen.
Unser Ziel ist es natürlich, die Radverkehrsanlagen in Pirmasens in einem optimalen Zustand zu bringen.
Daher sollten Verschmutzungen und Verunreinigungen schnellstens entfernt werden.
Ich entgegnete, dass die Stadt mir bis zum heutigen Tage einen Nachweis für ihre Behauptung, die „Schutzstreifen“ (und „Radwege“) würden regelmäßig (u. a. von Scherben) gereinigt, schuldig geblieben ist. Ich kann ja dokumentarisch nachweisen, dass diese Behauptung nicht stimmt.
Die folgenden Aufnahmen entstanden am 29. Januar in der Zweibrücker Straße.



Meine Probleme als Radfahrer fingen in Pirmasens eigentlich erst an, als man meinte, etwas „für Radfahrer“ tun zu müssen. Vor allem in Gestalt dieser beschissenen Orwell-Streifen. Mit denen man quasi die gesamte Stadt zukleistern will. Im „Radverkehrskonzept“ verliert man übrigens nicht nur kein einziges Wort zum Thema Winterdienst, sondern auch keines zum Thema Reinigung.