Notizen vom Rande des Abgrunds (9)

Als ich die ersten Male etwas über die Vorgänge auf Epstein Island las, reagierte ich – als abgebrühter 9/11-Verschwörungstheoretiker – skeptisch. Das war selbst mir irgendwie zu abgedreht. In unserem politischen Führungspersonal sah ich zwar schon immer nur schwerst gestörte Sozio- und Psychopathen, die man gar nicht erpressen musste, damit sie die erwünschte Politik durchsetzten. Dass der ein oder andere auch pädophile Neigungen haben könnte, konnte ich mir natürlich ebenfalls vorstellen. Aber dass man quasi nicht nur die gesamte globale Führungselite, sondern auch noch unzählige Prominente damit unter Kontrolle halten könnte, überstieg meine Vorstellungskraft. Ich war wohl, schaut man in den Abgrund, der sich gegenwärtig durch die Veröffentlichung weiterer Epstein-Files auftut, zu optimistisch?

Jochen Mitschka fasst einen Teil der Dokumente in einem Beitrag bei tkp zusammen. Auch auf X / Twitter beherrscht seit Tagen das neu veröffentlichte Material die Timelines zahlreicher reichweitenstarker User. Die bislang aufgegriffenen Details daraus sind in der Tat abscheulich. Dennoch stellte ich mir schon bei der Ankündigung durch das US-Justizministerium sofort die Frage: Warum eigentlich gerade jetzt?

Der amtierende Präsident Trump, der stets die Kunst beherrschte, sich als Gegner des Establishments bzw. des „Deepstate“ zu inszenieren, führte u. a. mit der Versprechung, die Epstein-Files zu veröffentlichen und alle darin Verwickelten ihrer Strafe zuzuführen, Wahlkampf. Ein Großteil der MAGA-Idioten hat ihm das auch geglaubt. Bis er, nachdem er zum zweiten Mal ins Weiße Haus einzog, eine Kehrtwende vollführte. Die Epstein-Files waren plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Im Gegenteil; aufgrund der Vorwürfe (u. a. auch von Elon Musk), dass Trump selbst dem Epstein-Netzwerk angehörte, wurden die Files plötzlich unwichtig und von ihm in eine Verschwörung der Demokraten gegen Trump umgedeutet.

Viele, die wesentlich tiefer in der Materie stecken als ich, sehen den Mossad (also den israelischen Geheimdienst) hinter der Epstein-Verschwörung. Epstein selbst soll, so auch Ermittler des FBI, auf der Gehaltsliste des Mossad gestanden haben. Bzgl. meiner Frage, warum man nun gerade jetzt diese (immer noch teils stark redigierten, selektierten und geschwärzten) Dokumente veröffentlicht, liegt die mögliche Antwort im (mir auch nicht wirklich nachvollziehbaren) Zögern Trumps, einen Krieg mit dem Iran vom Zaun zu brechen. Auch ich gehe davon aus, dass dieser Vorgang eine weitere Warnung an den US-Präsidenten ist, irgendwann auch Dokumente zugänglich zu machen, die seine Verstrickungen in das Pädophilie-Netzwerk unzweifelhaft belegen.

Die Veröffentlichung scheint auch ohne seine Zustimmung bzw. sogar gegen seinen Wunsch erfolgt zu sein. Andererseits muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass die potenziellen Erpresser so auch ihren allerletzten Trump(f) ausspielen würden. Man wird sehen, was in den nächsten Tagen passieren wird; insbesondere, ob die USA den sehnlichsten Wunsch Netanyahus erfüllen, indem sie tatsächlich einen Krieg mit dem Iran beginnen werden.

Der vorerst gescheiterte Versuch, mittels eingeschleusten sowie finanziell und Waffen unterstützten Kräften einen internen Regime-Change der Marke Syrien auszulösen, ist ja erst einmal gescheitert. Die intensive Propaganda über die angeblich in einer fünfstelligen Zahl getöteten „Aufständischen“ stellt weiterhin einen wichtigen Teil jener Kriegsvorbereitungen dar.

Währenddessen werden in Gaza auch weiterhin tagtäglich Menschen mit Hilfe der USA von der israelischen Armee abgeschlachtet. Die Weltöffentlichkeit schweigt hierüber. Insbesondere auch jenes Land, in welchem es zur „Staatsräson“ gehört, israelische Kriegsverbrechen vollständig zu leugnen oder zu verharmlosen. Ganz nebenbei hat die US-Regierung die Blockade Kubas massiv verschärft. Auch dieses widerspenstige Land möchte man nun mit Gewalt aushungern.

Angesichts dieser globalen Vorgänge erscheint das, was in der weiterhin besetzten US-Kolonie namens „Deutschland“ geschieht, fast schon harmlos. Während Corona faselten einige meiner Leidensgenossen ständig etwas vom „Kommunismus“, der bald eingeführt werde. Sie hatten sogar „Angst“ vor einem bedingungslosen(!) Grundeinkommen. Stattdessen haben wir im Jahre 2026 das, was Ole Nymoen hier pointiert auf den Punkt bringt:

Den üblichen, eiskalten, sozialdarwinistischen Neoliberalismus. Das Nutzvieh soll gefälligst die – bald zahnlose – Fresse halten. Und wenn es sich partout nicht ausbeuten lassen will, dann wird es eben von dienstbeflissenen Bütteln des korporatistischen Reichsarbeitsdienstes „abgeholt“. Zum Glück kann ich mir eh kaum noch Nahrungsmittel leisten – dann muss ich auch nicht so viel kotzen.

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